Die Leidensgeschichte in Miniatur
Vor ca. 15 Jahren stand die damalige Leiterin des Altenwerkes in Seelbach, Frau Eva Himmelsbach, vor der Aufgabe das monatlich Gruppentreffen in der Karwoche zu gestalten. Mit den vorwiegend älteren Menschen war die Begehung des Kreuzweges nicht möglich, was sie veranlasste zur Meditation mit den Besuchern eine Passionskrippe zu erstellen. Weihnachtskrippe ist wohl für Jeden von uns ein gängiger Begriff der Volkfrömmigkeit. Fasten- Oster oder Passionskrippen sind uns heute nicht sehr geläufig und lösen sicher auch Staunen aus.
Der Ursprung dieser Krippenart kommt aus Tirol. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde diese Darstellung oft dafür genutzt den Menschen die nicht lesen oder schreiben konnten in Kleinformat die Passions- und Auferstehungsgeschichte näher zu bringen.



Frau Himmelsbach fertigte die Papierfiguren der einzelnen Stationen in einen aus Styropor aufgebauten Weg von der Ölbergszene bis zur Auferstehung. Somit wurde das Gruppentreffen des Altenwerkes damals ein voller Erfolg. Fast in Vergessenheit geraten kam dieses gefertigte Werk nach einem Dornröschenschlaf in der Wittelbacher Kirche in diesem Jahr zur eigenen Auferstehung. Eine wunderbare Ergänzung zur Passionszeit, da in dieser Kirche keine Kreuzwegstationen vorhanden sind.
Die durchschnittlich nur 8 Zentimeter großen Papierfiguren veranschaulichen die einzelnen Ereignisse auf kleinstem Raum auf dem Weg nach oben zur Kreuzigung und hin zur Auferstehung. Die Präsentation dieser Krippe in der Wittelbacher Kirche war durch die detaillierten Szenendarstellungen auch für Kinder von besonderem Interesse. Ein lange verborgener Schatz erlebte so zum Fest der Auferstehung wieder neue und eindrucksvolle Beachtung. Und der Begriff Krippe eine weitere Bedeutung.
Hansjörg Vögele
