Sarggeschichten
Besser gesagt: „Unsere Sarggeschichten“. Denn unter diesem Titel setzten sich Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums im Religionsunterricht über alle Klassenstufen und Konfessionen hinweg mit Sterben, Tod und Trauer auseinander.
Anhand von Bildern, Symbolen, auch eigenen Erfahrungen brachten sie ihre Gedanken sehr individuell zum Ausdruck in Formulierungen oder auf kreative Art und Weise.
Das Projekt hatte der katholische Religionslehrer der Schule, Herr Thomas Dieterle, angestoßen und in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Hospizverein, dem Netzwerk Trauer und einem Reichenbacher Bestattungsinstitut verwirklicht. Letzteres stellte einen unbearbeiteten schlichten Sarg zur Verfügung. Zu sehen war das Ganze in der Kapelle der Kirche Sancta Maria in Lahr, wo es im Umfeld der Gottesdienstzeiten betrachtet werden konnte. Außerhalb dieser Zeiten war ein Blick durch die Glastür möglich.
Das Projekt war angelegt als „Work in progress“ während der Fastenzeit. Immer mehr Arbeiten veränderten über diese Zeit hinweg den Sarg und bereicherten diesen somit. Eines der Ziele war, das Thema aus der Tabuzone zu holen. Die Verantwortlichen wünschten sich auch eine persönliche Auseinandersetzung der Besucher. Sie luden ein zum Betrachten – ja, zum Verweilen und eigene Gedanken zuzulassen. So konnte durchaus aus „Unsere Sarggeschichten“ der Schüler „Meine Sarggeschichte“ werden.
Evi Schmidt
