Im stillen Brudertal erbauten einst Mönche des Benediktinerklosters Schuttern eine Klause mit Kapelle, die dem hl. Gallus geweiht war. Im Kleinen Heiligtum wurde eine Reliquie des Schweißtuchs der Veronika verehrt, wie noch heute ein Sandsteinrelief aus der ursprünglichen Kapelle um 1494 zeigt. In den Reformationswirren erlebte die Wallfahrt ihren ersten Niedergang, da aus den protestantisch gewordenen Dörfern keine Pilger mehr zur Kapelle kamen. Die Kapelle und das Bruderhaus wurden während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zerstört. Nach dem Aussterben des Herrschergeschlechts der Gerodsecker führten die neuen Herren die katholische Konfession wieder ein, und die Wallfahrt erfuhr eine Neubelebung. Die Kapelle wurde mit einer barocken „Pieta" geschmückt. Die Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes fand rasch weit im Umland Verbreitung.
Nach der Aufhebung aller Wallfahrten durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1785 und der Säkularisation des Klosters 1806 verfiel die Brudertalkapelle zusehends. Das Gnadenbild kam nach Kuhbach und lagerte viele Jahre unbeachtet auf einem Speicher. Zwei Bauern aus Mühlenbach erwarben die Pietà, die im Jahr 1891 in ihrer Kirche von Mühlenbach im Kinzigtal einen Platz fand und dort in der Seitenkapelle (dem Chor der alten Pfarrkirche) bis heute verehrt wird.
Quelle: Pfeiffer / SE an der Schutter
Nach der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. im Jahr 1854 erfasste eine große Marienverehrung die Gläubigen. Die Bemühungen um den Aufbau der verfallenen Kapelle zogen sich hin, weil liberale und kirchenfeindliche Obrigkeiten eine Neubelebung der Wallfahrt zu verhindern suchten. Doch wurden die Bemühungen schließlich vom Erfolg gekrönt: 1887 weihte Pfarrer Konrad Bauer aus Reichenbach die neue Brudertalkapelle ein, die mit einer Statue der schmerzhaften Mutter Gottes von Bildhauer Simmler aus Offenburg geschmückt ist. Der Chronist vermerkt, dass 6.000 Wallfahrer an dieser Feier teilgenommen haben. Die Kosten für den Aufbau und den Altar trugen hauptsächlich der Oberweirer Bürger Josef Himmelsbach und dessen Sohn Georg. Die Aufsicht wurde dem Pfarramt Reichenbach übertragen.
Nach der Aufhebung aller Wallfahrten durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1785 und der Säkularisation des Klosters 1806 verfiel die Brudertalkapelle zusehends. Das Gnadenbild kam nach Kuhbach und lagerte viele Jahre unbeachtet auf einem Speicher. Zwei Bauern aus Mühlenbach erwarben die Pietà, die im Jahr 1891 in ihrer Kirche von Mühlenbach im Kinzigtal einen Platz fand und dort in der Seitenkapelle (dem Chor der alten Pfarrkirche) bis heute verehrt wird.
Quelle: Pfeiffer / SE an der Schutter
Nach der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. im Jahr 1854 erfasste eine große Marienverehrung die Gläubigen. Die Bemühungen um den Aufbau der verfallenen Kapelle zogen sich hin, weil liberale und kirchenfeindliche Obrigkeiten eine Neubelebung der Wallfahrt zu verhindern suchten. Doch wurden die Bemühungen schließlich vom Erfolg gekrönt: 1887 weihte Pfarrer Konrad Bauer aus Reichenbach die neue Brudertalkapelle ein, die mit einer Statue der schmerzhaften Mutter Gottes von Bildhauer Simmler aus Offenburg geschmückt ist. Der Chronist vermerkt, dass 6.000 Wallfahrer an dieser Feier teilgenommen haben. Die Kosten für den Aufbau und den Altar trugen hauptsächlich der Oberweirer Bürger Josef Himmelsbach und dessen Sohn Georg. Die Aufsicht wurde dem Pfarramt Reichenbach übertragen.
Vor allem in den Kriegs- und Zwischenkriegszeiten des 20. Jahrhunderts pilgerten Tausende von Gläubigen an den Wallfahrtstagen ins Brudertal, besonders am Schmerzensfreitag vor dem Palmsonntag, am Pfingstmontag und am Fest Mariä Himmelfahrt. 2009 erfolgte eine grundlegende Sanierung. Eine neuromanische „Pieta" sowie der Stein mit dem Schweißtuch der Veronika schmücken die einfach gehaltene Kapelle.
Seit 1988 begleitet ein Kreuzweg aus Sandstein mit modernen Bronzereliefs die Pilger auf ihrem Weg von der alten Galluskirche zur einsam gelegenen Brudertalkapelle.
Aus: Kirchen und Kapellen im Schuttertal und in Lahr/Schwarzwald, Kunstverlag Josef Fink, 1. Auflage 2021.
Seit 1988 begleitet ein Kreuzweg aus Sandstein mit modernen Bronzereliefs die Pilger auf ihrem Weg von der alten Galluskirche zur einsam gelegenen Brudertalkapelle.
Aus: Kirchen und Kapellen im Schuttertal und in Lahr/Schwarzwald, Kunstverlag Josef Fink, 1. Auflage 2021.

