200 Jahre Grundsteinlegung erinnern an bewegte Kirchengeschichte
Auf ein besonderes Jubiläum hat der Arbeitskreis Historie am Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Cyprian und Justina aufmerksam gemacht. Vor 200 Jahren wurde der Grundstein für das heutige Gotteshaus gelegt. Mit einem Vortrag und einer kleinen Ausstellung wurde an die bewegte Geschichte der Kirche erinnert.
Ausgangspunkt für die Nachforschungen war eine Dorfführung im Frühjahr. Dabei nahm man den Grundstein der Kappler Pfarrkirche genauer unter die Lupe und stellte fest, dass sich dessen 200. Jahrestag näherte. Für den Arbeitskreis Historie war dies Anlass, sich intensiver mit der Geschichte des Gotteshauses zu beschäftigen.
In den vergangenen Monaten wurden dazu alte Unterlagen im Archiv der Erzdiözese Freiburg sowie im Kappler Archiv ausgewertet. Dabei stieß der Arbeitskreis auf interessante historische Hinweise. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem damaligen Kappler Pfarrer und späteren Bischof von Mainz, Joseph Vitus Burg, zu. Er hatte eine Zweitabschrift jener Schriftstücke angefertigt, die bei der Grundsteinlegung in den Grundstein gelegt worden waren.
Rudi Rest stellte diese historischen Dokumente den zahlreichen Zuhörern in gekürzter Form vor. Unterstützt wurde der Vortrag durch historische Aufnahmen und Dokumente, die auf einer großen Leinwand gezeigt wurden. So konnten die Besucher einen Einblick in die Geschichte der Pfarrkirche und die Ereignisse rund um ihre Entstehung gewinnen.
Ein besonders dunkles Kapitel der Kirchengeschichte wurde ebenfalls in Erinnerung gerufen: die Zerstörung der Pfarrkirche im Februar 1945. Bei einem Bombenangriff wurde das Gotteshaus schwer getroffen und schließlich in Schutt und Asche gelegt. Damit ging eine der schönsten Kirchen der näheren Umgebung verloren.

Großes Interesse fand die Ausstellung im internen Bereich der Kirche. Links das eiserne neugotische Turmkreuz.
Für eine besondere Überraschung sorgte Rudi Rest am Ende seines Vortrages. Er berichtete, dass er vor dem Abriss der Pfarrscheune ein eisernes Kreuz beiseitegeschafft und damit vor der Vernichtung bewahrt hatte. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen besteht die Möglichkeit, dass es sich bei diesem Kreuz um das ehemalige Turmkreuz der Pfarrkirche handeln könnte, das vor ihrer Zerstörung im Jahr 1945 auf dem Kirchturm angebracht war.
Damit könnte das unscheinbare eiserne Kreuz zu einem bedeutenden Zeugnis der früheren Kirche werden und ein Stück ihrer Geschichte bis in die heutige Zeit bewahren. Im hinteren Bereich der Pfarrkirche ist zudem eine Ausstellung mit historischen Dokumenten und alten Bildern zu sehen. Sie zeichnet die vergangenen 200 Jahre nach und erinnert insbesondere an die Zerstörung des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg.
Die Ausstellung kann noch bis Ende Oktober während der Öffnungszeiten der Kirche besichtigt werden.
(Bericht & Bild: Rudi Rest)
