Paradiesische Schöpfung – Erntedankgottesdienst in Kappel
„Paradiesisch“ – so lautete das Motto des diesjährigen Erntedankgottesdienstes in Kappel. Und so stand in diesem Jahr der Apfel im Mittelpunkt – als Symbol für die Früchte der Erde und die Fülle der Schöpfung.
Das Gemeindeteam Kappel gestaltete gemeinsam mit Pfarrer Josef Rösch den festlichen Gottesdienst. Dabei wurde der Blick auf die Frage gelenkt: Träumen wir nicht alle davon, im Paradies zu leben – an einem Ort, an dem es ausreichend Nahrung für alle gibt?
Wenn wir durch Felder und Gärten gehen oder durch unsere Supermärkte, dann erleben wir hier in Mitteleuropa in Bezug auf unser Nahrungsangebot tatsächlich geradezu paradiesische Zustände. Eine große Vielfalt an Lebensmitteln steht uns jederzeit zur Verfügung.
Doch in diesem Jahr hat uns die langanhaltende Hitze und Trockenheit dramatisch vor Augen geführt, dass der Klimawandel kein abstraktes Phänomen ist, sondern eine reale Erfahrung, die auch unseren Alltag und unsere Landwirtschaft betrifft.
Schon lange verbrauchen wir Menschen mehr Ressourcen, als uns auf Dauer zur Verfügung stehen. Gleichzeitig belasten wir unsere Umwelt durch unseren Anspruch, immer mehr, immer schneller und möglichst günstig zu produzieren.
Ein Paradies ist deshalb auch eine Verpflichtung: die Natur zu schützen und zu bewahren, damit auch die Generationen nach uns noch von den Früchten der Erde leben können. Gefährden wir die Schöpfung, gefährden wir zugleich unsere eigene Lebensgrundlage – und damit die Fülle und Vielfalt unserer Nahrung.
Ein Apfel gleicht nicht dem anderen. Jeder Apfel, jede Frucht ist einzigartig – so wie auch jeder Mensch einzigartig ist. In dieser Vielfalt zeigt sich die Schönheit und der Reichtum der Schöpfung.
Der Erntedankgottesdienst lud deshalb dazu ein, innezuhalten und dankbar zu sein: Dankbar für die Schöpfung, die ein wahres Wunder ist, für die Früchte der Erde und für all das, was uns täglich geschenkt wird.
Vielleicht dürfen wir dadurch jeden Tag ein kleines Stück Paradies erfahren – und zugleich erkennen, dass es an uns liegt, dieses Paradies zu bewahren.
(Bericht & Bild: Rudi Rest)
